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TU Berlin

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Landkarten des Ungewissen

Projektbeschreibung

Die mäßigen Erfolge wissenschaftlicher Modelle und Erklärungen von Krisen und Katastrophen sind oft Anlass für Unzufriedenheit, Schuldzuweisungen, Hilflosigkeit und Fatalismus gegenüber diesen Extremereignissen. Ein jüngeres Beispiel dafür ist das Unglück bei der Duisburger Loveparade, wo trotz vorheriger Simulation durch einen anerkannten Forscher unzureichende Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden.  Es kann nicht verwundern, dass die Modelle als nutzlos empfunden wurden und sich Zweifel an Kompetenz und Zuverlässigkeit des Wissenschaftlers im Einzelnen und seines Faches im Ganzen ergeben. Dabei ist  das Missverhältnis zwischen Simulation und Wirklichkeit leicht erklärt: nicht nur wurden evtl. schlecht eingeschätzte Parameter über die Besucherzahl verwendet, die in der Simulation von Massen eingesetzten Modelle (akteursbasiert wie auf der Liquidphysik beruhend) bilden menschliches Verhalten der Art, wie sie bei dem Ereignis auftrat (Leitern erklimmen und stürzen), schlicht nicht ab. Dies ist auch ein Kommunikationsproblem: es wurde im Vorfeld nur die Tatsache vermittelt, dass das Verhalten modelliert wird, nicht aber, was dabei alles nicht Beachtung findet.

Das Projekt Landkarten des Ungewissen zielt auf die Entwicklung und Kommunikation prägnanter Visualisierungen von noch nicht Gewusstem bzw. der Lücken des gegenwärtigen Wissensstandes zu Extremereignissen, um die Begrenztheit vorhandener wissenschaftlicher Erkenntnisse im Bereich von Extremereignissen zu verdeutlichen und eine gesellschaftliche Diskussion über den Umgang mit Nichtwissen zu fördern. Das Bewusstsein für die gegenwärtigen Grenzen wissenschaftlicher Analysen und Erklärungen soll langfristig das Systemvertrauen in wissenschaftliche Aussagen zu Extremereignissen stärken. Es will als Gegengewicht zu der bisherigen Wissenschaftskommunikation Begrenztheit und Lücken des momentanen Erkenntnisstandes zu Extremereignissen ausloten und vermitteln und dabei gleichsam das Meer des Unwissens kartieren. Hierbei soll es ausdrücklich nicht um ein Erfassen neuer Forschungsfragen gehen, sondern darum, die inhärenten Blind Spots der Disziplinen und die Beschränkungen und Umstrittenheit von Modellen und Erklärungen und Vorhersagen zu vermitteln. Dieses Wissen, das sonst nur in den wissenschaftlichen Disziplinen selbst bekannt und verfügbar ist, soll einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Es kann dadurch helfen, überzogene Erwartungen an die Wissenschaft zu vermeiden und zu einer konkreten Diskussion über Forschungslücken und notwendige weitere Forschungsfelder zu kommen.

 

Im Projekt sollen visuelle Darstellungen bzw. Infografiken, also Karten, als leicht zugängliches Mittel der Kommunikation dienen. Diese Karten werden in klaren Bildern verdeutlichen, was zu bestimmten Extremereignistypen in den jeweiligen Wissenschaften bekannt ist, und was nicht. 

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