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TU Berlin

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RETIBNE - Wartung und Reparatur in der Technikdidaktik

Inhalt: Die technologische Entwicklung elektronischer Geräte führte in den letzten Jahren nicht nur in den Industrie-, sondern auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern zu einem rasanten Anstieg der Menge an Elektroschrott, der weitgehend unsachgemäß entsorgt wird und zu massiven Schäden in der Umwelt und beim Menschen führt. Die enorme Zunahme dieser Müllberge beruht u.a. auf dem Phänomen der Obsoleszenz. Einerseits führt die geplante oder billigend in Kauf genommene Obsoleszenz, zu einem schnelleren Verschleiß wichtiger Bauteile und damit zu einer vermeidbaren Nutzungsdauerverkürzung. Andererseits sorgt die immer kürzere Abfolge von Innovationen für einen steigenden Anteil der funktionellen Obsoleszenz, weil die Kompatibilität älterer und neuer Geräte und Funktionen nicht mehr gegeben ist. Neben diesen von der Seite der Produzenten verursachten Formen nicht nachhaltiger Entwicklung tragen aber auch die Konsumenten entscheidend zu einer Verschärfung des Problems bei, indem vollständig funktionsfähige technische Artefakte entsorgt werden. Das Phänomen der Obsoleszenz wird begleitet von einer Abnahme des Bewusstseins für die Möglichkeit der Reparatur defekter Gegenstände und einer so zu erreichenden Nutzungsdauerverlängerung. Während noch vor wenigen Jahrzehnten die Reparatur ein bildungsrelevanter Bereich und die Sorge für eine maximale Nutzungsdauer selbstverständlich waren, spielen diese Themen heute weder in der Allgemeinbildung noch im Bewusstsein der Kinder und Jugendlichen eine Rolle.

Hier setzt das Projekt an. Die Arbeitsgruppe Technische Bildung der Universität Oldenburg möchte in Kooperation mit dem Studiengang Informatik mit diesem Projekt die Reparatur als Bildungsaufgabe in den Technik- und Informatikunterricht allgemeinbildender Schulen implementieren. Die didaktische und methodische Aufbereitung der Reparaturaufgaben für den Unterricht soll einerseits dazu beitragen, Schülerinnen und Schüler in die Lage zu versetzen, eine fachgerechte Identifikation und Analyse von Fehlerquellen vornehmen zu können und die Funktionstüchtigkeit technischer Artefakte wiederherzustellen. Darüber hinaus soll die Auseinandersetzung mit deren Funktionsweise zu einem tieferen Verständnis für die komplexen Probleme beitragen, die mit der Herstellung, Nutzung und Entsorgung verbunden sind. Deshalb sollen unter anderem Methoden und Materialien entwickelt werden, die im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung fächerübergreifend die ethischen, ökologischen, ökonomischen und politischen Implikationen thematisieren, die im Zusammenhang mit der Reparatur sowie der Obsoleszenz stehen.

Das Projekt ist in drei Phasen gegliedert. Die initiale Entwicklung und Implementierung von Konzepten, Methoden und Materialien soll in der ersten Phase an der Universität Oldenburg in den Studiengängen Technik und Informatik erfolgen, um fachspezifische Perspektiven beider Bereiche aufnehmen und die fächerübergreifenden Aspekte eng verzahnen zu können. Hierbei werden Studierende beider Fächer in die Entwicklung und Erprobung der Materialien eingebunden, indem sie zunächst in ihren Modulen selber Reparaturen erproben und dokumentieren. Im Anschluss werden in Schülerlaboren und Schulen Projekte und Unterrichtssequenzen durchgeführt, die sich in unterschiedlichen Schwerpunkten der Thematik widmen. Die zweite Phase dient der Adaption, Erweiterung und Differenzierung der Konzepte und Materialien durch die beteiligten Universitäten. Dazu werden die Materialien und Erfahrungen in einem Transferprozess den Projektpartnern zur Verfügung gestellt und in die Studiengänge der kooperierenden Universitäten implementiert. In einer dritten Phase sollen Betriebe und Organisationen in den Prozess eingebunden werden, um gemeinsam Exkursionen zu entwickeln, die die Bereiche Reparatur und Recycling aus beruflicher Perspektive beleuchten und die zudem geeignet sind, im Rahmen der Berufsorientierung in den Technik- und Informatikunterricht integriert zu werden.

 

In das Projekt sind neun Studiengänge aus acht Universitäten und bislang acht Schulen der Region Oldenburg eingebunden. Nach Abschluss des Projektes ist eine Weiterführung und Verstetigung der Implementierung in die Lehramtsausbildung sowie in die Fächer Informatik und Technik an allgemeinbildenden Schulen geplant.

Laufzeit:01.01.2016 – 31.12.2018

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